Nur wer sich wehrt, hat Erfolg

Viele Firmen gehen dazu über, ihre (Service-)Hotlines auf
kostenpflichtige Rufnummern umzustellen oder haben das bereits schon
getan. Gut für die Firmen (jeder Anruf bringt ihnen Geld), schlecht
für die Kunden (auch für berechtigte Reklamationen müssen sie zahlen).

Doch, die Firmen nehmen damit nicht nur Geld ein! Denn nicht alle sind
so unverschämt und ändern die Minutenpreise von 0 Cent pro Minute auf
knapp 2 Euro pro Minute wie es kürzlich E-Plus mit ihren
Bestandskunden getan hat. Verbunden mit der kostenpflichtigen
„Kontaktgebühr“ ist auch eine Abschreckungsbarriere gegen
Kundenanfragen. Denn wer sich der Preise bewußt ist, überlegt es sich
mehrfach, ob er sein Anliegen per Telefon vorbringt. So lohnt sich
z.B. auch eine berechtigte Rückabwicklung von fehlerhaften Rechnungen
nur dann, wenn die Hotline-Gebühren den Widererstattungsbetrag nicht
übersteigen.

Vielleicht macht ein einfaches Beispiel die Sache klarer: Ein Kunde
entdeckt auf seiner Rechnung einen offensichtlichen Fehler. Es wurden
99 Cent zu viel in Rechnung gestellt. Wenn er nun die Hotline bemüht
und diese pro angefangene Minute 2 Euro abrechnet, dann macht eine
telefonisch Reklamation keinen Sinn: Für einen knappen Euro Gewinn muß
man 2 Euro Verlust in Kauf nehmen. Dadurch erleidet man einen weiteren
Verlust von 1 Euro.
Passiert dies aber jeden Monat ein Mal, so erhält die betreffende
Firmen unberechtigterweise 12,- Euro zu viel. Passiert dies nicht nur
einem Kunden sondern Hunderten oder gar Tausenden von Kunden, dann
kann die unberechtigt erzielte Zusatzeinnahme locker mehrere
Zehntausend Euro pro Jahr ausmachen (wenn nicht sogar deutlich mehr).

Der Kunde ist somit immer der Dumme! Es sei denn, dass er bereit ist
andere Wege zu gehen, z.B. ein Fax zu senden, welches ihn i.d.R. nur
wenige Cent kostet, bei einer Flatrate sogar gar keine zusätzliche
Gebühren nach sich zieht!!

E-Plus: Manche lernen nicht aus den Fehlern anderer

E-Plus hat Anfang Februar 2010 die Vermarktung für die (privaten) Endkunden eingestellt und verlagert sein gesamtes Privatkundengeschäft auf das Tochterunternehmen BASE. Somit können nur noch Geschäftskunden / Selbstständige direkt bei E-Plus einen neuen Vertrag abschließen. Privatkunden müssen sich an BASE wenden, eine der vielen Billigheimer-Töchter der „Großen Vier“ in Deutschland.

Wer ein wenig in der Historie kramt, dem wird vielleicht ein ähnliches Unterfangen eines anderen großen Unternehmens aus der Bankenbranche in Erinnerung gerufen: Auch die „ehrwürdige“ Deutsche Bank war der Ansicht, dass mit Privatkunden kein großes Geld zu machen sei und hatte für diese ein Tochterunternemen ins Leben gerufen: Die Deutsche Bank 24. Den Kunden gefiel es aber gar nicht, zu Kunden 2. Klasse gemacht zu werden und ließen zu einem nicht unerheblichen Teil die Deutsche Bank 24 links liegen und ging zu einem anderen Kreditinstitut. Nachdem die negativen Folgen dieser „Ausgliederung“ nicht mehr zu verheimlichen waren, gab man den ursprünglichen Plan auf und gliederte die Tochter wieder ein.

Heute ist die Deutsche Bank 24 Geschichte und es gibt nur noch Kunden 1. Klasse!

Warten wir mal ab, wie lange E-Plus brauchen wird, um einzusehen, denselben Fehler gemacht zu haben, und das Rad der Zeit zurückdreht?!

Fast vollbracht …

Tja, nun sind der Weihnachtsabend und der 1. Weihnachtsfeiertag schon beinahe vorbei! Bin gerade dabei mit „Impossible Mission 3“ zu entspannen. Scheint zu funktionieren … 🙂

Brauche morgen noch ein wenig „starke Nerven“, denn es wird für mich ein wenig langweilig. Aber man kann bekanntlich nicht immer gewinnen.

Doch ab Sonntag werde ich die restlichen 15 Tage meines Urlaubs voll auskosten. Wenn man mich läßt …

Mathe ist aber auch kompliziert …

Man kann die wirklich hervorragende Internet Security Suite der Firma Symantec auch im Abo-Paket haben: D.h. man bezahlt pro Jahr oder alle 2 Jahre einen festen Betrag und darf dann für diese Zeit die jeweils aktuelle Version einsetzen. Gibt es während der Nutzung einen Produktwechsel (wie etwa 2008 den Wechsel von Norton Internet Security 2008 auf Norton Internet Security 2009), so kann man kostenlos ein Upgrade durchführen. So weit, so gut!

Doch manchmal kommt den Anbietern und ihren kurzfristigen (Sonder-)Angeboten die Mathematik in den Weg, wie nachfolgendes Bild zeigt:

Abo-Preis für 1 Jahr = 39,99- Euro; Abo-Preis für 2 Jahre = 94,99- Euro. Angebliche Ersparnis: 5 Euro!

Da will man mir doch tatsächlich einreden, dass Folgendes richtig sei:

Wenn ich statt 40,- Euro für ein 1-Jahr-Abo, 95,- Euro für ein 2-Jahr-Abo bezahle, dann spare ich 5 Euro!

Wer jetzt nachrechnet, findet der Fehler sehr schnell: Wer ein 2-Jahres-Abo abschließt bezahlt nicht 5 Euro weniger, sondern 15 Euro mehr, denn bekanntlich gilt: 95 – (2 · 40) = 15. Es ist also – im Gegensatz zur Aussage von Symantec – günstiger nacheinander jeweils ein Jahresabo abzuschließen also gleich ein 2-Jahres-Abo, denn man spart durch die beiden Jahresabos 15 Euro ein!

Liebe Freunde bei der Werbeabteilung von Symantec: Auch wenn ihr es nicht für möglich halten solltet, eure Behauptung ist falsch! Sie ist nicht nur falsch sondern auch noch irreführend, was wir jetzt mal so dahingestellt lassen wollen!

Und auch bei kurzfristigen Angeboten sollte man immer noch eine Qualitätssicherung mit ausreichenden Mathekenntnissen einsetzen; sonst wird’s echt peinlich!

Ich möchte mich an dieser Stelle aber auch beim Chat-Support von Symantec bedanken, da man mir für das Finden und Mitteilen des Lapsus eine kostenlose Verlängerung der Abo-Laufzeit um (weitere) 90 Tage zugesprochen hat! Danke! 😛

Tagebücher … und was daraus werden kann

Morgen wäre Anne Frank 80 Jahre alt geworden, wenn sie nicht im März 1945 an den Folgen einer im KZ Bergen-Belsen grasierenden Typhus-Epidemie gestorben wäre.

Anne Frank wollte ihre Tagebucheinträge niemals von anderen lesen lassen, es sei denn, sie hätten den ultimativen Freund oder die ultimative Freundin gefunden. Das in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten Abertausende von Schülerinnen und Schülern ihre Tagebücher in der Schule lesen würden, hätte sie sich sicherlich kaum auch nur im entferntesten vorstellen können.

Als ich dies in einem TV-Bericht zum Gedenken an dieses tapfere Mädchen hörte, ging mir folgende Überlegung durch den Kopf:
Was werden wohl in 80 Jahre die Menschen in der Zukunft von den heutigen Bloggern denken, wenn sie ihre Einträge lesen – sofern diese Informationen dann noch verfügbar sind?

Werden sie sich darüber wundern, warum es so lange gedauert hat, bis Blogger als gleichwertige Nachrichtenquellen anerkannt wurden? Werden sie die Köpfe darüber schütteln, warum erst bei Musik, dann bei elektronischen Büchern derselbe Fehler mit digitalem Rechtemanagement und Kopierschutz gemacht wurde? Oder werden sie über das dilettantische Geschreibe von heute nur müde lächeln?

Wer kann heute schon sagen, was mit den Erinnerungen und Aufzeichnungen von heute die Generation von übermorgen anstellen wird?!