Erdogan und kein Ende …

Wir haben da einen Präsidenten eines Staates namens Türkei, der sich für einen großen Gestalter hält: Recep Tayyip Erdo?an.

In seinem Land werden Demonstranten regelmäßig niedergeknüppelt, die Opposition wird behindert, wo es nur geht, die kurdische Minderheit im Land wird bombadiert, Zeitungsredaktionen unter staatliche Aufsicht gestellt usw.

Der Präsident möchte auch gern, dass sein Land Mitglied der EU wird, obwohl ihm bewußt sein müsste, dass viele Menschen in den Staaten der EU ihre Probleme mit einem Beitritt der Türkei bei der aktuellen innenpolitischen Lage hätten …

Und was macht die EU in Gestalt der Bundeskanzlerin Angela Merkel: sie gibt ihm 6 Milliarden dafür, dass die Türkei Flüchtlinge bei sich behält bzw. wieder zurück nimmt, um sie ohne echte Versorgung in menschenunwürdigen Zeltlagern einzusperren.

Ja es ist richtig:

Wir werden die Flüchtlingskrise nicht lösen, ohne die Ursachen für die Flucht zu beseitigen!

Aber dürfen wir in Europa, dürfen wir vor allem in Deutschland dazu übergehen, andere dafür zu bezahlen, dass sie Flüchtlinge von uns fernhalten? Und wie erpressbar machen wir uns dadurch? Was werden wir unternehmen, wenn die Zahlungen regelmäßig gefordert werden, weil man sich auch in Zukunft auf die Verteilung der Flüchtlinge auf die einzelnen Länder der EU einigen kann? Sind wir alle (in Europa) bereit, „Schutzgeld“ zu zahlen wie es in einigen südeuropäischen Ländern üblich zu sein scheint? Und wo liegt unsere Schmerzgrenze, wenn es um’s Geld geht?

Europa scheint an einem extremen Scheideweg zu sein … und die Forderungen bzw. Aktionen eines gewissen Recep Tayyip Erdo?an könnten die Sargnägel für ein Europa mit Frieden und Freiheit für alle werden zu können.

Windows, Linux, MacOS : „Scheiße erwischt dich immer!“

Jede(r) hat ihr/sein bevorzugtes Betriebssystem, mit dem sie/er arbeitet: die einen halten am Ur-Großvater aller Betriebssystem fest: Windows, Nerds bevorzugen Linux und die etwas finanziell bessergestellten unter uns, nutzen Hard- und Software „außer einer Hand“ mit Apples MacOS. Jede(r) schwört auf ihr/sein Betriebssystem, auch dann, wenn man mal den ein oder anderen Bug selbst „erdulden“ musste.

Kein Windows-, kein Linux- und auch kein MacOS-System ist frei von Fehlern; weder ein „geprüftes“ Software-Angebot (a la Android) noch ein „geschlossene Systeme“ wie iOS können von sich sagen, dass sie fehlerfrei seien. Immer wieder kommt es zu Programmhängern, Betriebssystem-Aussetzern und lästigen Fehlermeldungen oder Fehlverhalten.

Ein kleiner Rückblick

In meinen vielen Jahren mit unterschiedlichen Betriebssystemen (angefangen mit DOS und Windows 3.1, über diverse Windows-Versionen, SUSE Linux gebootet von Diskette [was das ist kann man bei Wikipedia nachlesen], Windows 2000, XP und MacOS 10.8.5 bin ich nun auch noch mit mehreren Android- und iOS-Geräten „warm“ geworden. Keines dieser System hat mich restlos überzeugt, auch wenn man zugestehen muss, dass die Anzahl und Heftigkeit der Programm- und Systemabstürze über die vielen Jahre immer geringer geworden ist. Kaum ein Notebook oder PC und noch viel weniger ein Peripheriegeräte wie Scanner, Drucker usw. kann es sich heute noch leisten nur unter einem Betriebssystem zu funktionieren, geschweige denn mit einem bestimmten Betriebssystemstand.

Doch es gibt für die vielfältigen Nutzungsszenarien weder das Betriebssystem noch den Hersteller. Zudem wird der Gerätepark, den ein durchschnittlicher Haushalt inzwischen aufweist, immer vielfältiger: von Smartphones über Phablets, Tablets, Tablets mit Docks (mit und ohne eigene Stromversorgung und Funktionalität) über Notebooks zu Macs und PCs – die Anzahl der Geräteklassen wird immer höher — genauso wie die Anzahl der Displaygrößen und -auflösungen.

Aktuelle Lage

Ich selbst nutze ein DELL Latitude Notebook mit Windows 7 Pro und ein MacBook Pro mit MacOS 10.8.5 für die beruflichen Aufgaben. Privat habe ich ein sehr einfaches Compaq Presario für Office, Internet und Backup unter Windows 7. Ich besitze mehrere Smartphones, wobei wohl nur noch eines „aktuell“ genannt werden: ein Wiko Darknight, dass ich Ende des vergangenen Jahres gekauft habe. Zudem habe ich ein iPad der 2. Generationen, dass es gerade so noch einmal geschafft hat, ein iOS Update in diesem Jahr zu erfahren. Spätestens im kommenden Jahr werden alle Geräte 2 Jahre und älter sein, so dass sie von Garantieleistung nur noch träumen können – sofern Gerät überhaupt in einen Zustand „Traum“ gelangen können (vielleicht ja im Energiesparmodus)?!

Doch nach wie vor erfüllen alle diese Geräte ihren Zwecke, auch wenn es mühsam ist, alle auf einem einigermaßen aktuellen Stand zu halten:

  • Das Compaq Presario Notebook dient als Surf-Station mit (Softmaker) Office Anbindung, auf dem sich auch die Backups von Smartphone, Tablet und Navigationsgerät speichern lassen. Darüber kann man auch das ein oder andere notwendige Update einspielen, besonders dann, wenn auf dem Tablet nicht mehr genug Speicherplatz zur Verfügung steht.
  • Das Smartphone mit Dual-SIM hat schon seine Feuertaufe in New York mit einer amerikanischen sowie einer deutschen SIM-Karte im parallelen Einsatz bestanden. Nebenbei hat es meine Bilder von der Digitalkamera gesichert.
  • Auf dem iPad wurden Routen geplant, Bilder gesichtet, Videos geschaut und Wochenmagazin oder Bücher gelesen. Auch dann, wenn das Internet mal nicht zur Verfügung stand. Inzwischen habe ich sogar einen Adapter, mit dem ich das iPad mit einem Beamer mit VGA-Anschluss verbinden kann, so dass Präsentationen auch hiermit möglich sind.
  • Und für die Aufgaben, die ordentlichen Dampf und ausreichend Speicher benötigen, gibt’s ja dann noch das DELL Notebook oder das MacBook Pro.

Paradigmenwechsel: Hardware/Software vs. Internet/Dienste

Während die System- und Programmfehler seltener und „milder“ über die Jahren geworden sind, sind zwei neue Aspekte hinzugekommen, die einem das Leben schwer machen können:

  1. Fehlende / sehr langsame Anbindung an das Internet.
  2. Ausfall eines Dienstes (im Internet).

Alle sozialen Dienste sind auf eine stabile und einigermaßen schnelle Internetanbindungen angewiesen:

Was kann man schon mit Facebook, Blogs, News, Instagram, Flickr usw. anstellen, wenn keine Internetanbindung vorhanden ist oder die Bandbreite sehr gering ist (z.B. GPRS). Während Chat-Systeme wie Telegram, Threema, What’s Up usw. auch dann noch einen Kommunikationsaustausch ermöglich, wenn nur eine rudimentäre Internetanbindung vorhanden ist, geht bei anderen Dienste nichts bis fast gar nichts! Auch Twitter, der als textbasierter Dienst entwickelt wurde, ermöglicht das Lesen und Schreiben von Meldungen, wenn die Anbindungen an das Internet nicht stabil ist oder bei geringer Datenraten.

Doch alle anderen Dienste, welche auf Audio, Grafiken oder gar Videos setzen bzw. darauf sogar angewiesen sind, können unter solchen widrigen Gegebenheiten keinen Bestand haben. Da es i.d.R. nicht möglich ist, die Anzahl der zu ladendenen Elemente auf eine bestimmte (geringe) Anzahl einzuschränken, muss beim ersten Anruf eines Dienstes oder einer Seite so viel an Daten geladen werden, dass man das Gefühl bekommt, es ginge nichts vor …

Auch die immer häufigere Verwendung von Streaming baut auf Zuverlässigkeit und hohe Bandbreite des Internets; in ländlichen Gegenden, bei Mobilfunknutzung oder auch bei kleinen ungedrosselten Datenvolumina kann die schöne weite Welt des Internets schnell zu Frust führen und das Gefühl ausbilden, dass man eben nicht dazugehört.

Fazit

Wir brauchen in Deutschland neben günstigen Geräten und sicheren Betriebssystemen auch Anspruch auf einen relativ schnellen Internetanschluss – genauso wie dies gegenwärtig für Strom und Wasser gilt.

Darüber hinaus kann es nicht sein, dass die ungedrosselten Datenvolumina „gerade so“ ausreichen; wer bereits jetzt vollständig auf IP-basierte Kommunikation setzt, also Telefonie, Fernsehen und alles weitere über seinen Internetanschluss laufen lässt, der braucht eine entsprechende „Reserve“, die normalerweise gar nicht erst angetastet werden muss.
Wie hoch muss dann dieses Datenvolumen „im Schnitt“ sein? Ich würde es bei 2/3 des Durchschnitts + 10% ansetzen wollen! 2/3 aller Nutzen sollten problemlos mit dem ungedrosselten Datenvolumen auskommen sollen, darauf noch eine 10%-Reserve, die sicherstellt, dass auch eine kleinere Spitze nach oben nicht gleich zur Drosselung führt.

Eine solche Regel sollte auch für das Datenvolumen bei der Internetnutzung über das Mobilfunknetz gelten. Schließlich wird die Versorgung mit kabel-gebundenem Internet selbst unter den besten Umständen (= entsprechender Gesetzgebung) und dem Willen der beteiligten Unternehmen Jahre benötigen; solange dient der Mobilfunk als alternative Versorgung mit Internet.

Wie schnell muss die Internetanbindung sein? Auch hier wieder die 2/3-Regel anzusetzen scheint mir konsequent: von der max. möglichen Geschwindigkeit sollten 2/3 dieser Geschwindigkeit bei 2/3 der Bevölkerung ankommen!

3 Tage re:publica 2013 — Ein Klassentreffen mit Wehmut

Dieser Beitrag ist Teil 4 von 4 in der Serie re-publica_2013

Im letzten Jahr hat er uns nicht mehr beschimpft sondern gelobt; in diesem Jahr war er nicht mehr so gut drauf wie sonst: Sascha Lobo, der „große alte Mann“ des Internet-Kabaretts wirkte ein klein wenig ausgelaugt, so wie die meisten Netzaktivisten, die sich vom 6. bis 8. Mai zur re:publica 2013 in der Station Berlin trafen.

Nach dem tollen Sieg über ACTA im vergangenen Jahr, musste die Internet-Gemeinde feststellen, dass es in diesem Jahr nicht mehr hieß „… bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter!“

Auf dem Boden der Realitäten sind die meisten angekommen: Aktionen im Netz ersetzen keine Aktionen vor Ort, Online-Petitionen helfen auch bei Tausenden von Unterzeichnern nichts, wenn die Politik davon max. Notiz nimmt, aber ansonsten handelt wie zuvor.

Wir müssen alle gemeinsam unsere Daten in unseren Besitz nehmen, müssen die Netzneutralität verteidigen und endlich den Arsch vom Stuhl bekommen und den Körper auf die Straße!

Und — so Lobo — zur Not muss man sich auch mit dem „Teufel“ verbünden: Wie können wir die Bundesregierung, wie können wir Frau Dr. Merkel davon überzeugen, dass das Internet für alle da ist?!

Ach ja, und ein neues Logo hat die HobbyLobby auch: (#) !

Das Leistungsschutzrecht (LSR) für Presseverleger ist in aller Munde

Die großen Verleger in Deutschland haben es durch ihre Lobbyarbeit geschafft, ein Gesetz im Bundestag verabschieden zu lassen, dass im Prinzip niemandem nützt, aber vielen bereits jetzt große Kopfschmerzen bereitet.

Worum geht es?

Die großen Verlagshäuser in Deutschland wollten für Zitate aus ihren Online-Artikeln – und seien sie noch so klein – von den Zitierenden (i.d.R. Suchmaschinenbetreiber oder Aggregatoren) Geld haben. Über entsprechende Lizenzvereinbarungen wollten Sie an den Werbeeinnahmen dieser „Fremdverwerter“ angemessen beteiligt werden.

Im Laufe der Diskussion über die konkrete Ausgestaltung eines entsprechenden Gesetzes wurden viele Detailfragen aufgeworfen, die heiß diskutiert wurden:

  • Wer muss zahlen? Nur gewerblich Tätige oder z.B. auch Blogger, die durch Werbeeinblendungen die eigenen Kosten zu decken versuchen.
  • In welcher Form soll/kann das allgemeine Zitatprivilig eingeschränkt werden? (Nach dem Urheberrecht darf in gewissen Umfang kostenlos ohne verherige Erlaubnis zitiert werden.)
  • Wird hier den sog. „Abmahn-Anwälten“ ein neues Betätigungsfeld eröffnet?
  • Wird hier einem Wirtschaftszweig (= den Print-Medien) ein Zubrot verschafft, welches am Ende nur das „Sterben“ verlängert?

Wo sind die Fronten?

Befürworter des LSR sind der Ansicht, dass eine weitere unentgeltliche Ausnutzung fremder Angebote verhindert werden muss. Genau dies würde bereits seit vielen Jahren durch Suchmaschinen-Betreiber und News-Aggregatoren stattfinden.

Suchmaschinen-Betreiber und Anbieter von News-Aggregatoren erwidern, dass erst durch ihre Angebote größere Besuchermassen auf die Online-Angebote der Verlage aufmerksam gemacht werden. Ohne ihre Angebote würden die Verlage einen signifikaten Besucherrückgang riskieren.

Wer hat die besseren Argumente?

Im Prinzip haben beide Seiten eine nachvollziehbare Argumentation: Ohne die einzelnen Artikel bei den Verlagen hätten die Suchmaschinen und News-Aggregatoren keine Inhalte, die sie präsentieren könnten. Ohne die Suchmaschinen und die News-Aggregatoren ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmter Artikel eines bestimmten Verlages von einer größeren Zahl wahrgenommen wird, eher (sehr) gering.

Beide Seiten leben in einer Art Symbiose, bei der nicht offensichtlich wäre, dass eine der beiden Seiten „übervorteilt“ würde.

Was wurde nun beschlossen?

Am 01.03.2013 haben die Abgeordneten der CDU/CSU-FDP-Regierungskoalition das LSR im Sinne der Verleger beschlossen. Allerdings kam es kurz vor der Abstimmung zu einer sprachlichen „Feinjustierung“ im Gesetz. Im nun beschlossenen Gesetz werden

(…) einzelne Wörter oder kleinste Textausschnitte. (…)

auch weiterhin dem Zitatprivileg unterworfen.

Doch was nun konkret mit „kleinste Textausschnitte“ (auch Snippets genannt) gemeint ist, definiert das LSR leider nicht. So wird es wohl etliche Jahre dauern bis die Gerichte entschieden haben, was darunter zu verstehen ist.

Und nun?

Das Gesetz ist zwar vom Bundestag beschlossen worden, aber es muss noch den Bundesrat passieren. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die dortige Mehrheit von durch Oppositionsparteien geführten Bundesländern den Vermittlungsausschuss anrufen wird.

Doch das vom Bundestag beschlossene Gesetz muss nicht vom Bundesrat bestätigt werden. Der Bundesrat kann das Gesetz zwar verzögern, aber nicht verhindern.

Wirksam wird das Gesetz erst, wenn es im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wird.

Welche Konsequenzen sind in der nahen Zukunft zu erwarten?

Da bereits in den vergangenen Monaten nichts passiert ist, wird wohl auch in den kommenden Monaten nichts Entscheidendes passieren! Die Lobbygruppen werden auch weiterhin vehement für oder gegen das LSR Einfluss zu nehmen versuchen. Möglicherweise wird es auch offizielle Verhandlungen zwischen Verlegern und Suchmaschinen-Betreibern geben. Doch das es um dem Druck des drohenden Gesetzes zur einer Einigung kommen wird, ist eher unwahrscheinlich; zu sehr „riecht“ dieses Gesetz nach Klientel-Politik und zu groß ist der Widerstand der unterschiedlichen Gesellschaftsgruppen.

Die Redaktion der c’t kommt zu einem ganz ähnlichen Tenor!
Auch Udo Vetter äußert sich in seinem Lawblog ganz eindeutig zum diesem Thema: ‚Ein Grauen für alle, die ins Netz schreiben‘.

Ist er zu tollpatschig für Kanzler?

Peer Steinbrück, seines Zeichens Spitzenkandidat der SPD für die Bundestagswahl 2013, hat nicht nur in den vergangenen Jahren ordentlich verdient. Er hat die Veröffentlichung der zugehörigen Verträge auch noch so lange zu verhindern versucht bis er gar nicht anders konnte als alles im Details offenzulegen.

Laut heutejournal (ZDF) hätte gerade er vorgewarnt sein müssen, in der Zeit „zwischen den Jahren“ seine Äußerungen sorgfältig im Vorfeld zu bedenken. Doch er tat das, was eines seiner Markenkerne ist: Er sprach „wie ihm der Schnabel gewachsen ist“. Und so kam es wie es kommen musste …

18.000,- Euro hält Peer Steinbrück für einen Bundeskanzler oder eine Bundeskanzlerin für zu wenig (verglichen mit Sparkassendirektoren in NRW). Vergleichen mit dem Durchschnittseinkommen von etwa 2700,- Euro (brutto) im Monat für das Jahr 2012, ist es deutlich mehr als das 6-fache. Kommt also immer darauf an, womit man vergleicht …

Doch warum initiiert ein angehender Bundeskanzler (= Bundeskanzler in spe?) eine solche Diskussion gerade zu einer Zeit, zu der viele Menschen Zeit haben, ihre persönliche Meinung dazu kund zu tun, und die Medien nach jeder Geschichte gieren, die sie bekommen können? Ist er einfach zu tollpatschig für Kanzler?

Das selbst der Rückhalt in der eigenen Partei Risse bekommt, davon berichtet die HAZ mit einem Artikel vom 30.12.2012.

re-publica 2012 (Nachtrag 1. Tag)/(2. Tag)

Nachtrag zum 1. Tag

Der gestrige Tag endete „versöhnlich“: Nachdem ich mich über die Baustelle am Gleisdreieck in mein Hotel gekämpft hatte, durfte ich zu meinem Leidwesen feststellen, dass mein Hotel leider keine Klimaanlage hat. Dies war bei den gestrigen Temperaturen von Hölle + 5 Grad mehr als nur ärgerlich, nämlich extrem schweißtreibend!

Dennoch raffte ich mich gegen 19 Uhr auf, um rechtzeitig zum alljährlichen Finale des 1. Tages auf der re-publica zu sein: der Session von Sascha Lobo, „Mr. Internet himself“ im deutsch-sprachigen Raum.

Erwartet hatte ich — wie bereits im letzten Jahr — eine wüster Beschimpfung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort, wie bereits im letzten Jahr geschehen. Doch alle Anwesenden wurden überrascht, denn er lobte uns … Ja, er hat „uns“ gelobt!
Wahrscheinlich ein einmaliger Vorgang, der SO nie wieder vorkommen wird!

Bevor er einen großen Bogen über verschiedene Dienste spannte, präsentierte er seine 3,5 Thesen, die er nur auf den Beamer war und nicht irgendwo annagelte:

  1. Das Urheberrecht interessiert deine Mutter. Nicht.
  2. Wir müssen einen Weg finden, dauerhaft mit 30 Millionen Netz-Nichtnutzer klarzukommen.
  3. Wir brauchen neue Narrative. Und sie müssen von uns („euch“) kommen.
  4. 2012 wird für das Internet das Jahr VOR dem entscheidenden Jahr.

Natürlich durften ein paar gehässige nachdenkliche Worte über verschiedene Dienste nicht fehlen: die Begriffe/Dienste „Social Media“, Facebook, Twitter, Instagram, Pinterst, Google+ und YouTube fielen.

Eindeutig plädierte er dafür Blogs wieder in den Fokus zu rücken; nur diese würden der Nutzerin/dem Nutzer wirklich gehören, alles andere gehört im Zweifelsfall irgendeinem anderen Dienst, welcher die entsprechenden Inhalte löschen oder den Zugriff darauf nach den eigenen AGBs reglemtieren könnte.

Dann nahm er sich die Netzpolitik vor und warf hierzu folgende Behauptungen in den Raum, die von denen Teilnehmern überwiegend mit zustimmenden Nicken oder lautem Klatschen positiv aufgenommen wurden:

  • Netzplitik = EU
  • Die Gefahr für die Netzpolitik kommt von unten
  • Netzsperren = Zombies (die immer wiederkommen)

Als Mahnung an uns alle ist er der Ansicht, dass wir inzwischen auch einen neuen Umgang mit der Lächerlichkeit brauchen, damit zukünftig Ausgrenzung keine Chance im Netz hat!

Nach dem Vortrag wurde vor allem im Innenhof abgehangen, es gab Musik und jede Menge Getränke … So muss ein re-publica Tag zu Ende gehen.

2. Tag

Der zweite Tag begann für mich ein wenig enttäuschend. Offensichtlich ist mein Hotel für die aktuellen Gäste nicht ausgelegt, denn als ich frühstücken wollte, waren die meisten Plätze besetzt. Selbst wenn man bereit gewesen wäre, sich an einen bereits besetzten Tisch anzuhängen hätten mind. 5 Personen warten müssen. Sowas darf eigentlich nicht passieren, unabhängig davon wieviele Sterne ein Hotel nun hat (oder eben nicht hat)!

Also bin ich kurzentschlossen direkt zur Veranstaltung gedackelt, und habe mir dann dort ein kleines Frühstück gegönnt, auch wenn ich mich dafür in eine entsprechende Schlage einreihen musste.

Die nächste Enttäuschung folgte auf dem Fuss: auch heute am Morgen war das WLan nicht nutzbar; offensichtlich kommt eine Verbindung mit den AccessPoints zustande, aber beim Warten auf die Zuweisung einer IP-Adresse bleibt es dann.

Eigentlich hatte ich gehofft, dass diese Art von Problemen der Vergangenheit angehören würde, doch scheinbar führt die neue Location zu altbekannten Problemen?!

Auch das Platzproblem ist nicht vollständig am neuen Veranstaltungsort immer zu lösen: die Morgensession von Sascha Lobo war dermaßen stark nachgefragt, dass der Sicherheitsdienst keine weiteren Teilnehmer zuließ. Während ich diese Maßnahme durchaus verstehen kann, frage ich mich erneut, wieso solche Leute nicht automatisch die größte Bühne bekommen oder zumindest kurzfristig Livestreaming auf der Veranstaltung angeboten wird? Die Technik ist doch vorhanden!

Dafür habe ich mich am Vormittag auf meine ersten beiden englisch-sprachigen Sessions eingelassen, die wirklich gut waren, da die Referentinnen ein „sauberes“ Englisch sprachen und dabei auch nicht ins Galoppieren kamen! 😉

Die beidenen Sessions waren wie folgt betitelt:

Zum Abschluss des Vormittags gab es dann für mich noch „Digitale Gesellschaft e.V.: Was war. Was werden wird.

Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern

Einige Stichworte, die mir im Zusammenhang mit der gestrigen Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern eingefallen sind:

  • Die Wahlbeteiligung lag bei etwas mehr als 50%, d.h. nur die Hälfte der Wahlberechtigten sind überhaupt zur Wahl gegangen.
  • Die FDP hat es diesmal nicht geschafft in den Landtag zu kommen. 😀
  • Die NPD hat es leider geschafft im Landtag zu bleiben, auch wenn sie Verluste hinnehmen mußten. 🙁
  • Die Grünen sind nun in allen deutschen Landtag vertreten! 😀
  • Die SPD hat in etwa die 5,5% hinzugewonnen, welche die CDU verloren hat (im Vergleich zur letzten Landtagswahl).
  • Die CDU hat mit etwas mehr als 23% das schlechteste Ergebnis aller Zeiten in Mecklenburg-Vorpommern eingefahren.
  • Ein Kuriosum: Der Direktkandidat der CDU im Wahlkreis Rügen I ist verstorben; daher wird hier in 2 Wochen neu gewählt. Erst dann steht auch das amtliche Endergebnis fest!