Die Kirche, der Papst und die Seelsorge

Wenn man die Berichte der letzten Tage über den Papst Benedikt (ehemals Kradinal Ratzinger) liest, hört und sieht, könnte man meinen, die Kirche bewegt sich wieder auf die Menschen zu.
Doch ist das wirklich so?

Das Konklave

Das Konklave ist eine Versammlung von mehr oder minder alten Männern, die aus ihrem Kreis einen Gleichaltrigen zum „Oberhaupt der Römisch-Katholischen Kirche“ wählen. Nun ja, im Prinzip wählen sie ihn nur zum (neuen) Bischof von Rom. Doch er ist durch seine Wahl auch „primus inter pares“, was zu deutsch wohl am besten mit „Erster unter Gleichen“ zu übersetzen ist.

Und dieser „Erster“ hat dennoch eine reichhaltige Machtfülle (im Laufe der Jahrhunderte) angehäuft:

  • Er ist „unfehlbar“ (hört, hört), wenn er „ex cathedra“ spricht, also eine „Lehrentscheidung in Fragen des Glaubens und der Sitte“ verkündigt.
  • Er kann Bischöfe ernennen, im Prinzip nach freiem Belieben. Und dies auch gegen den Willen der betroffenen Katholiken.
  • Er erhebt Steuern (in Deutschland sogar mit Hilfe der Staates, konkret der Finanzämter) und muß niemanden (!) gegenüber erklären, wofür diese eingenommenen Gelder ausgegeben werden.
  • Er spricht Menschen selig oder gar heilig, wobei die Gründe hierfür bei bestimmten Personen nur selten vom „gemeinen Gläubigen“ nachvollzogen werden können.

Die tägliche Arbeit

Papst Benedikt nannte sich bei seiner „Amtseinführung“ einen einfachen Arbeiter im Weinberg des Herrn. Doch als solcher sollte er auch ab und zu eine Ernte einfahren können, oder?!

Die Ernte eines Jahres ist erschreckend gering:

  • Ein Treffen mit der (katholischen) Jugend in Köln 2005. Er hat sich begeistern lassen von den vielen jungen Menschen. Aber konnte er begeistern?
  • Er hat mit den Vertretern der Juden und der orthodoxen Kirche(n) gesprochen, ist mit ihnen in einen Dialog eingetreten. Doch wo ist der Dialog mit der „anderen Hälfte“ des Christentums: der Evangelischen Kirche?
  • Wo sind die Signale an diejenigen, welche der (Katholischen) Kirche den Rücken gekehrt haben: größere Einbeziehung der Laien, mehr Möglichkeiten für Frauen (vielleicht sogar das Priesteramt!), aktives Zugehen auf konfessionsverschiedene Eheleute usw.?

Vor einem Jahr: ‚Wir sind Papst!‘

Porträtfoto: Niko (lachend).

Man mag es glauben oder nicht: Es ist wirklich schon 1 Jahr her, seitdem der neue Papst – Benedikt XVI. – in sein Amt gewählt worden ist!

Ich kann mich noch gut daran erinnern wie ich die Nachricht erfahren haben: Beim Recherchieren las ich die Nachricht im Online-Angebot der Wochenzeitschrift FOCUS. Zunächst hielt ich das Ganze für einen (nachträglichen) April-Scherz. Doch nachdem ich feststellen konnte, daß auch in anderen Online-Medien dieselbe Nachricht verbreitet wurde, wurde es zur Gewißheit. Die endgültige Bestätigung erhielt ich durch die online gesendeten Tagesschau-Nachrichten.

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Kranksein ist gefährlich …

Porträtfoto: D.-N. Krupinski

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland treibt offensichtlich die ersten Blüten, die die Arbeitgeber nur freuen kann: Neben der extremen Zunahme der Geringverdiener ist die Rate der Krankmeldung deutscher Arbeitnehmer im Jahr 2005 auf ein neues Rekordtief gefallen!

Ursachenforschnung muß eigentlich nicht betrieben werden: Wer meldet sich schon krank – es sei denn, es geht nun gar nicht mehr! – wenn er dadurch das Risiko erhöht in der nächsten Zeit seinen Arbeitsplatz komplett zu verlieren? Dann lieber krank zur Arbeit gehen und dem Arbeitgeber signalisieren: Ich feiere nicht krank, ich komme selbst krank zur Arbeit und leiste meine Arbeit.

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Noch 52 Tage bis zur WM 2006

Heute war es in allen Fernsehsendungen einen Beitrag wert, also wollen dir das Thema aufgreifen: WM 2006 in Deutschland.

In knapp 7 1/2 Wochen geht es los mit der Fußball-Weltmeisterschaft. Dann wird es wieder zu „Ausnahmezuständen“ kommen, wenn die eigene Mannschaft gewinnt bzw. verliert. Die Wirtschaft wird aufgrund der ausländischen Besucher für ein paar Wochen angekurbelt, der Umsatz mit alkoholischen Getränken wird explodieren und die Städten, in denen gespielt wird, werden zu „Sicherheitszonen“. Und danach wird sich alles wieder beruhigen und seinen alten Trott annehmen.

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Gründonnerstag

Mit dem Gründonnerstag beginnt die “heiße Phase” vor/von Ostern: Jesus verabschiedet sich – laut Neuem Testament – von seinen Jüngern, die er wohl eher als seine Freunde betrachtet.

Das besondere am Gründonnerstag ist die sog. “Fußwaschung”: Das Waschen der Füße war zu Jesu’ Zeit ein von Sklaven auszuführende Arbeit. Sie war so “das Letzte”, was ein gute Jude für einen anderen tun würde!

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