3 Tage re:publica 2013 — Ein Klassentreffen mit Wehmut

Dieser Beitrag ist Teil 4 von 4 in der Serie re-publica_2013

Im letzten Jahr hat er uns nicht mehr beschimpft sondern gelobt; in diesem Jahr war er nicht mehr so gut drauf wie sonst: Sascha Lobo, der „große alte Mann“ des Internet-Kabaretts wirkte ein klein wenig ausgelaugt, so wie die meisten Netzaktivisten, die sich vom 6. bis 8. Mai zur re:publica 2013 in der Station Berlin trafen.

Nach dem tollen Sieg über ACTA im vergangenen Jahr, musste die Internet-Gemeinde feststellen, dass es in diesem Jahr nicht mehr hieß „… bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter!“

Auf dem Boden der Realitäten sind die meisten angekommen: Aktionen im Netz ersetzen keine Aktionen vor Ort, Online-Petitionen helfen auch bei Tausenden von Unterzeichnern nichts, wenn die Politik davon max. Notiz nimmt, aber ansonsten handelt wie zuvor.

Wir müssen alle gemeinsam unsere Daten in unseren Besitz nehmen, müssen die Netzneutralität verteidigen und endlich den Arsch vom Stuhl bekommen und den Körper auf die Straße!

Und — so Lobo — zur Not muss man sich auch mit dem „Teufel“ verbünden: Wie können wir die Bundesregierung, wie können wir Frau Dr. Merkel davon überzeugen, dass das Internet für alle da ist?!

Ach ja, und ein neues Logo hat die HobbyLobby auch: (#) !

re-publica 2012 (Nachtrag 1. Tag)/(2. Tag)

Nachtrag zum 1. Tag

Der gestrige Tag endete „versöhnlich“: Nachdem ich mich über die Baustelle am Gleisdreieck in mein Hotel gekämpft hatte, durfte ich zu meinem Leidwesen feststellen, dass mein Hotel leider keine Klimaanlage hat. Dies war bei den gestrigen Temperaturen von Hölle + 5 Grad mehr als nur ärgerlich, nämlich extrem schweißtreibend!

Dennoch raffte ich mich gegen 19 Uhr auf, um rechtzeitig zum alljährlichen Finale des 1. Tages auf der re-publica zu sein: der Session von Sascha Lobo, „Mr. Internet himself“ im deutsch-sprachigen Raum.

Erwartet hatte ich — wie bereits im letzten Jahr — eine wüster Beschimpfung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort, wie bereits im letzten Jahr geschehen. Doch alle Anwesenden wurden überrascht, denn er lobte uns … Ja, er hat „uns“ gelobt!
Wahrscheinlich ein einmaliger Vorgang, der SO nie wieder vorkommen wird!

Bevor er einen großen Bogen über verschiedene Dienste spannte, präsentierte er seine 3,5 Thesen, die er nur auf den Beamer war und nicht irgendwo annagelte:

  1. Das Urheberrecht interessiert deine Mutter. Nicht.
  2. Wir müssen einen Weg finden, dauerhaft mit 30 Millionen Netz-Nichtnutzer klarzukommen.
  3. Wir brauchen neue Narrative. Und sie müssen von uns („euch“) kommen.
  4. 2012 wird für das Internet das Jahr VOR dem entscheidenden Jahr.

Natürlich durften ein paar gehässige nachdenkliche Worte über verschiedene Dienste nicht fehlen: die Begriffe/Dienste „Social Media“, Facebook, Twitter, Instagram, Pinterst, Google+ und YouTube fielen.

Eindeutig plädierte er dafür Blogs wieder in den Fokus zu rücken; nur diese würden der Nutzerin/dem Nutzer wirklich gehören, alles andere gehört im Zweifelsfall irgendeinem anderen Dienst, welcher die entsprechenden Inhalte löschen oder den Zugriff darauf nach den eigenen AGBs reglemtieren könnte.

Dann nahm er sich die Netzpolitik vor und warf hierzu folgende Behauptungen in den Raum, die von denen Teilnehmern überwiegend mit zustimmenden Nicken oder lautem Klatschen positiv aufgenommen wurden:

  • Netzplitik = EU
  • Die Gefahr für die Netzpolitik kommt von unten
  • Netzsperren = Zombies (die immer wiederkommen)

Als Mahnung an uns alle ist er der Ansicht, dass wir inzwischen auch einen neuen Umgang mit der Lächerlichkeit brauchen, damit zukünftig Ausgrenzung keine Chance im Netz hat!

Nach dem Vortrag wurde vor allem im Innenhof abgehangen, es gab Musik und jede Menge Getränke … So muss ein re-publica Tag zu Ende gehen.

2. Tag

Der zweite Tag begann für mich ein wenig enttäuschend. Offensichtlich ist mein Hotel für die aktuellen Gäste nicht ausgelegt, denn als ich frühstücken wollte, waren die meisten Plätze besetzt. Selbst wenn man bereit gewesen wäre, sich an einen bereits besetzten Tisch anzuhängen hätten mind. 5 Personen warten müssen. Sowas darf eigentlich nicht passieren, unabhängig davon wieviele Sterne ein Hotel nun hat (oder eben nicht hat)!

Also bin ich kurzentschlossen direkt zur Veranstaltung gedackelt, und habe mir dann dort ein kleines Frühstück gegönnt, auch wenn ich mich dafür in eine entsprechende Schlage einreihen musste.

Die nächste Enttäuschung folgte auf dem Fuss: auch heute am Morgen war das WLan nicht nutzbar; offensichtlich kommt eine Verbindung mit den AccessPoints zustande, aber beim Warten auf die Zuweisung einer IP-Adresse bleibt es dann.

Eigentlich hatte ich gehofft, dass diese Art von Problemen der Vergangenheit angehören würde, doch scheinbar führt die neue Location zu altbekannten Problemen?!

Auch das Platzproblem ist nicht vollständig am neuen Veranstaltungsort immer zu lösen: die Morgensession von Sascha Lobo war dermaßen stark nachgefragt, dass der Sicherheitsdienst keine weiteren Teilnehmer zuließ. Während ich diese Maßnahme durchaus verstehen kann, frage ich mich erneut, wieso solche Leute nicht automatisch die größte Bühne bekommen oder zumindest kurzfristig Livestreaming auf der Veranstaltung angeboten wird? Die Technik ist doch vorhanden!

Dafür habe ich mich am Vormittag auf meine ersten beiden englisch-sprachigen Sessions eingelassen, die wirklich gut waren, da die Referentinnen ein „sauberes“ Englisch sprachen und dabei auch nicht ins Galoppieren kamen! 😉

Die beidenen Sessions waren wie folgt betitelt:

Zum Abschluss des Vormittags gab es dann für mich noch „Digitale Gesellschaft e.V.: Was war. Was werden wird.

CeBIT 2012: Ein Tag pro Jahr muss sein

Jedes Jahr steht im März ein Pflichttermin an: der Besuch der CeBIT. Wann die CeBIT im jeweiligen Jahr stattfindet weiß ich meistens Wochen, wenn nicht sogar Monate im Voraus, denn unsere Agentur beliefert uns zuverlässig mit Messegäste; zur CeBIT bisher jedes Jahr!
Nach einer kurzfristigen Planung zu Beginn der Woche, blieb eigentlich nur der Freitag über; vorher war einfach viel zu viel zu tun … und anschließend will ich doch auch noch Urlaub nehmen!

Die Idee erwies sich ja inzwischen als besonders gut, denn gestern hätte ich mit allen anderen CeBIT-Besuchern vom Bahnhof zum Messegelände im Bus reisen müssen, worauf ich nicht so stehe!

Beobachtungen aus diesem Jahr:

  • Die Stände sind nicht mehr so „vollgestellt“ wie in den Jahren zuvor oder die Anzahl der Aussteller hat sich verringert, so dass für alle mehr Platz übrig blieb; Letzteres kann eigentlich nicht sein, denn die Ausstellerzahl hat sich offzielle im Vergleich zum Vorjahr erhöht.
  • Jeder ist / geht oder hat vor in die Cloud zu gehen, wobei jede/r etwas anderes unter dem Wort „Cloud“ versteht, zumindest was die damit verbundenen Dienste anbelangt. Dateiablage ist der Minimalkonsens.
  • Die Möglichkeiten sich hier und da zusammenzusetzen sind deutlich gestiegen, was ich als Live-Blogger äußerst begrüße!
  • Personen, die nicht im Business-Outfit auftreten werden von den Ausstellern eher Ernst genommen als noch vor 2 bis 3 Jahren.

Was mir aber noch nie passiert ist: spontan zu einer Standparty eingeladen zu werden! 😀

 

WordCamp 2011 in Köln (eine Zwischenbilanz)

Dank der optimalen Taxiversorgung am Kölner Hauptbahnhof, war ich rechtzeitig zum Einchecken am Veranstaltungsort. Hätte mir auch jemand sagen können, dass die offizielle Adresse einen in eine Sackgasse führt, von wo ein Weg auf den Innenhof führt, der seinerseits dann den Blick auf den Haupteingang bietet.
Wenn man sich hier auskennt, ist es bestimmt ganz einfach, aber wer das nicht tut …

Die übliche spontane Sessionsammlung zu Beginn muss leider ausfallen, da wir mit gut 20 Minuten Verspätung angefangen haben. Eine kurze Begrüßung von der Treppe im Vorraum habe ich bisher noch nicht erlebt; aber irgendwann ist immer das 1. Mal …

Meine 1. Session war genau das, was ich erwartet hatte:
Einen Überblick über das Thema „Wie steht’s um die Lokalisierung von WordPress“. Nach relativ kurzer Zeit wurde klar, dass einige Teilnehmer sich eine wesentlich praxislastigere Session erhofft hatte. Ich fand die Session für die Einstimmung auf das Thema gut — und zum Warmwerden am Morgen sowieso.

Meine 2. Session hatte den Titel „Hook ‚em“ und es ging darin um die Möglichkeiten eigene Funktionen in die Ausgabe von WordPress einzufügen.
Da eine Parallelsession kurzfristig ausfiel, wurde der Raum knackevoll und die Temperatur schien mit jeder Minuten um ein halbes Grad zu steigen.
Die Session selbst war — um es höflich zu formulieren — „durchwachsen“.
Die Vorbereitung war offensichtlich nicht intensiv genug, der Bruch zwischen Theorie und Praxis war schlicht zu groß, auch wenn der Sessionleiter durchaus Unterhaltungswert hatte.
Fazit: Gut gemeint ist leider nicht immer gut gemacht!

Die 3. Session war die bisher beste des Tages:
„Die Spaßbremse beim Bloggen — rechtliche Rahmenbedingungen“.
Das Ganze war gut recherchiert und komprimiert und wurde mit einer ordentlichen Prise von Praxisbeispielen gewürzt.
Das Ganze wurde so gut von den Teilnehmern angenommen, dass wir weit in die Mittagspause hinein dabei waren.

Dafür konnte man die Pause dann umso mehr genießen … ! 😉

ConventionCamp 2009

Wie bereits an meinen Twitter-Einträgen vom 26. November zu erkennen ist, habe ich an diesem Tag am ConventionCamp auf dem Messegelände in Hannover teilgenommen.

Im Gegensatz zum Vortrag von Thomas Knüwer zum Thema „Die letzte Chance: Wie Medienhäuser sich ändern müssen, um zu überleben“ (gleich nach der Mittagspause), fand ich die Ausführungen von Oliver Gassner bzgl. „How to blog“ praxisnäher, denn er gab konkrete Hinweis, welche Eigenschaften ein gutes Blog auszeichnen:

  • Mach dir klar, was dein Thema ist oder sein soll.
  • Stellt mein Thema eine geschäftliche Nische da?
    Wenn nein, wird es schwierig sich gegen die etablierte Konkurrenz zu beachten!
  • Am Beginn muß Quantität her: Ohne entsprechende Inhalte gibt’s keine Leser; je mehr Inhalte, desto mehr potentielle Leser werden angesprochen.
  • Suche nach Gleichgesinnten und nimm sie in deine Referenzliste (Blogroll) auf. Dadurch entsteht mit der Zeit ein Netzwerk.
  • Man sollte so viel wie möglich bei anderen kommentieren; hier hat aber Qualität / Niveau Vorrang vor Quantität!
  • Neben dem Kommentieren sollte man so viel wie möglich verlinken. Nur wer selbst verlinkt, wird auch von anderen verlinkt.
  • Die Ersten beim Bloggen eines bestimmten Themas werden am meisten referenziert und am häufigsten aufgesucht, da man ihnen Aktualität unterstellt.
  • Von Veranstaltungen sollte man live bloggen; dies ist nicht einfach, sollte daher geübt werden. Hierdurch wird eine Live-Atmosphäre erzeugt.
  • Twittermeldungen in das eigene Blog zu integrieren kann mehrfach hilfreich sein:
    • Live-Bloggen wird u.U. vereinfacht.
    • Twitter-Meldungen dienen als eigener (öffentlicher) Notizzettel für mögliche spätere Blog-Beiträge.
    • Twitter wird als weiterer Informationskanal etabliert.
  • Treffen im „echten Leben“ mit anderen Gleichgesinnten hilft, neue Kontakte zu knüpfen und bestehende Kontakte zu pflegen.
  • Auch Statistikauswertungen sind Pflichtaufgaben:
    • Wer verlinkt mich? Kenne ich den Verlinker schon? Was sind seine Themen?
    • Über welche Suchbegriffe kommen die Leser zu mir? Sind darunter Stichwörter für neue Blogeinträge?
  • Die Blogartikel sollten echten Mehrwert bieten. [Max. 30 Prozent der Beiträge sollte sich mit der eigenen Firma beschäftigen!]
  • Regelmäßigkeit lockt wiederkehrende Besucher an; es gibt keine Vorgabe, man muß den eigenen Rythmus finden und ihn einhalten.
  • Die eignen Nachrichtenqullen erkunden: Woher bekommen die Quellen, welche man selbst nutzt, ihre Informationen her?
  • Newaggregatoren können bei der (täglichen) Sichtung des (neuen) Informationsmaterials sehr hilfreich sein.
  • Tipps holen bei Experten ist wichtig — aber nicht alles, was Experten von sich geben, ist richtig!

Egal ob nun privates Blog mit einigen Schwerpunkten oder Firmenblog mit Niveau: Diese Hinweise helfen in allen Fällen (weiter)! 🙂

Unverhofft kommt oft

… so heißt es im „Volksmund“. Und tatsächlich, auch wir (= die SchmuseMaus und ich) wurden vom Anruf von Travel2Fairs ziemlich kalt erwischt: Da bereits am 21. April die diesjährige Hannover Messe startet, hatten wir die Hoffnung auf weitere Messegäste bereits aufgeben. Doch wir hatten die Rechnung ohne Travel2Fairs gemacht: Vor zwei Tagen kam am Morgen der Anruf, ob wir kurzfristig doch noch Messegäste aufnehmen könnten? Wir können!

Das bedeutet zwar auf der einen Seite ncoh ein wenig „Taschengeld“ für unsere USA-Reise, dafür aber auch: dieses Wochenende müssen der Raum für die Messegäste sowie WC, Badezimmer usw. „auf Vordermann“ gebracht werden.

Da ich an diesem Samstag noch wichtige Abschließende Tests durchführen mußte, war Tina – zumindest heute gestern – auf sich allein gestellt. Doch morgen heute – das ist versprochen – werde ich sie so gut wie möglich unterstützen!