Tagebücher … und was daraus werden kann

Morgen wäre Anne Frank 80 Jahre alt geworden, wenn sie nicht im März 1945 an den Folgen einer im KZ Bergen-Belsen grasierenden Typhus-Epidemie gestorben wäre.

Anne Frank wollte ihre Tagebucheinträge niemals von anderen lesen lassen, es sei denn, sie hätten den ultimativen Freund oder die ultimative Freundin gefunden. Das in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten Abertausende von Schülerinnen und Schülern ihre Tagebücher in der Schule lesen würden, hätte sie sich sicherlich kaum auch nur im entferntesten vorstellen können.

Als ich dies in einem TV-Bericht zum Gedenken an dieses tapfere Mädchen hörte, ging mir folgende Überlegung durch den Kopf:
Was werden wohl in 80 Jahre die Menschen in der Zukunft von den heutigen Bloggern denken, wenn sie ihre Einträge lesen – sofern diese Informationen dann noch verfügbar sind?

Werden sie sich darüber wundern, warum es so lange gedauert hat, bis Blogger als gleichwertige Nachrichtenquellen anerkannt wurden? Werden sie die Köpfe darüber schütteln, warum erst bei Musik, dann bei elektronischen Büchern derselbe Fehler mit digitalem Rechtemanagement und Kopierschutz gemacht wurde? Oder werden sie über das dilettantische Geschreibe von heute nur müde lächeln?

Wer kann heute schon sagen, was mit den Erinnerungen und Aufzeichnungen von heute die Generation von übermorgen anstellen wird?!

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